Dienstag, 22. Juli 2014

Rezept: Gyoza, japanische Teigtaschen


Gyoza sind gefüllte und gebratene Teigtaschen aus Japan und ich liebe Gyoza. Bei einem Besuch in einem Ramen-Restaurant dürfen sie als Vorspeise einfach nicht fehlen. Ebenfalls lecker: Der Ursprung der Gyoza aus China, genannt Jiaozi.

Im Netz findet man sehr viele Gyoza Rezepte, die sich eigentlich nur in einigen Feinheiten unterscheiden. Die einen verwenden für die Füllung Spitzkohl, andere China- oder Weißkohl. Bei einigen wird der Nira, chinesischer Schnittlauch bzw. Knoblauch-Schnittlauch, durch Frühlingszwiebeln ersetzt und auch, ob lieber gemischtes Hack, Rinderhack oder Schweinehack verwendet werden sollte, variiert.

Mein Gyoza Rezept sah dann letzten Endes so aus:

200g gemischtes Hack
1/2 Zwiebel
50g Nira
100g Chinakohl
3 Knoblauchzehen
1 Daumenspitzen großes Stück Ingwer
1/2 EL Austernsoße
1/2 EL Sojasoße (hell)
1 EL Sake
1/2 EL Zucker
Salz
Pfeffer
Sesamöl zum Anbraten
Gyoza Teigblätter (gibt's fix und fertig im Tiefkühlregal eines Asiahops und wenn man den Teig selbst macht bekommt man ihn einfach nicht so dünn hin)
Zum Dippen: Reisessig und Sojasoße

1. Alle Zutaten werden sehr fein gehackt und gut miteinander vermischt. Das geht ganz prima mit der Kompakt-Küchenmaschine, per Hand in einer Schüssel aber mindestens ebenso gut.

2. Pro Teigtasche verwendet man dann eine ca. Teelöffel große Menge der Füllung, die man in der Mitte eines der aufgetauten Gyoza-Teigblättern platziert. Den Rand einer Seite des Teigblattes befeuchtet man mit Wasser und drückt dann die andere Seite in Falten an. In diesem Fall hatte ich aber die Teigtaschenformer zur Hand, die, wenn ich ganz ehrlich sein soll, viel besser funktioniert haben als anfangs vermutet.
Gyoza-Teigblatt drauf legen, Füllung in die Mitte, zuklappen, zusammendrücken, Rand entfernen, fertig. Easy und schnell.

Gyoza gemacht mit den Teigtaschenformern von Tchibo

3. Dann erhitzt man ein wenig Sesamöl in einer Pfanne und brät die Teigtaschen kurz von einer Seite an. Man fügt eine Tasse Wasser hinzu und lässt die Teigtaschen fünf bis zehn Minuten unter einem Deckel garen. Deckel entfernen und das Wasser verdampfen lassen. Bei Bedarf noch ein bisschen Sesamöl hinzugeben und auch die andere Seite der Gyoza knusprig braten.

4. Heiß und mit einem Schälchen Reisessig, Sojasoße und bei Belieben ein wenig Chiliöl bzw. Sambal Oelek servieren. Fertig! (Pssst, fertige Süß-Sauer-Scharfe Soße dazu schmeckt ebenfalls...)

frisch gebratene Gyoza

Gyoza, japanische Teigtaschen

Itadakimasu - Guten Appetit!

Freitag, 18. Juli 2014

Sushi Connection Hamburg: Kampai Sushi Bar

Es ist ein bisschen seltsam, am hellichten Tag über die Reeperbahn zu schlendern. Kurz vor sieben hängen an den Straßenecken bereits ein paar wenige Betrunkenen rum, als ich in den Hamburger Berg abbiege. Für Barhopping mit alternativer Musik ist der Hamburger Berg immer eine gute Adresse. Um diese Uhrzeit ist auf den Straßen allerdings kaum etwas los und mir ist auch gar nicht nach Barhopping zumute.

Kampai Sushi Bar Hamburger Berg, Hamburg

Ich halte Ausschau nach einem Schild, auf dem "Kampai Sushi Bar" stehen soll und werde schließlich fündig. "Bar" trifft es sehr gut, denn der Laden ist winzig. Ich bin nicht das erste Mitglied der Sushi Connection Hamburg, ich werde bereits fröhlich durch das Fenster begrüßt. In der Bar ist gerade einmal so viel Platz, um sich auf der Stelle zu drehen, die Barhocker stehen sehr eng bei einander und mit viel Mühe finden vielleicht zehn Personen rund Platz. Wir sitzen direkt vor dem Fenster (wie die Hühner auf der Stange) und können das erwachende Treiben auf dem Hamburger Berg beobachten.

Am Fenster in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Goro Enomoto, als Sushi Meister seit über 35 Jahren in Hamburg bekannt, kommt mir ein bisschen vor wie der Mister Miyagi der Sushi Kunst. Er ist trocken, ein bisschen ruppig, gleichwohl herzlich und typisch japanisch in einem, was ihn mir auf Anhieb sympathisch macht. Ich bin schon sehr gespannt auf unser bereits im Vorfeld geordertes Sushi-Schiff, das eigentlich gar keinen Platz mehr auf dem schmalen Tresen hat. Erst einmal aber gibt es zum georderten Tee ein bisschen eingelegtes Gemüse, Gurken, Algen, Ingwer (den ich getrost liegen lasse.

Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Meine Befürchtungen sind unbegründet, denn für Sushi findet man immer einen Platz. Das Sushi sieht fantastisch aus und der Lachskopf, der uns als Florian vorgestellt wird, wirkt eher vertrauenserweckend als abschreckend, da er auf sehr frischen Fischs schließen lässt.

Fassen wir kurz zusammen:
Das Gemüse-Tempura ist mit süßer Soße und frisch zubereitet sehr lecker, obwohl wir nicht haben herausfinden können, welches Gemüse wir teilweise eigentlich gegessen habe - die Vermutungen gehen stark in Richtung Süßkartoffel oder Kürbis.
Die Makis und die Nigiris sind in einem sehr guten Verhältnis Fisch zu Reis zubereitet, der Reis ist schön klebrig und weder zu fest noch zu locker.
Der Fisch ist von sehr guter Qualität, was ich persönlich immer am Thunfisch ausmache, da dieser in Deutschland häufig leider nicht ganz so gut schmeckt.
Das Tamago (süßes Rührei) eine sehr leckere Beigabe und genau richtig für einen neutralen Happen zwischendurch.

Und ich muss gestehen: die Platte war uns natürlich nicht genug und wir haben jeweils noch einen kleinen Nachschlag geordert. Die Unagi Nigiri waren ebenfalls großartig, der Aal nicht zu trocken und die süße Soße genau richtig.

kleines Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann aber doch: Aus von Nicht-Japanern geführten Sushi Restaurants und Bars bin ich es gewöhnt, dass die Enden bei den Makis nicht abgeschnitten werden. Das gehört aber eigentlich dazu und meine Erwartungen diesbezüglich an japanische Sushi Meister ist ein wenig höher als an andere.

Fazit: Die Kampai Sushi Bar rangiert ganz klar unter meinen bisherigen Top-Sushi-Restaurants und ein Besuch sei jedem wärmstens empfohlen. Einen Platz sollte man sich aber besser reservieren.

kampai sushi bar
Hamburger Berg 25
20359 Hamburg

Tresen der Kampai Sushi Bar Hamburg