Freitag, 17. Oktober 2014

Sushi Connection Hamburg: Sushi Dreams

Nachdem wir bei den letzten Treffen der Sushi Connection Hamburg in der Kampai Sushi Bar sowie dem Katana Sushi hervorragendes Sushi à la carte probieren durften, wollten wir mal wieder ein All-You-Can-Eat Sushi Restaurant ausprobieren.
Unsere Wahl fiel nach einigen Empfehlungen auf das Sushi Dreams in Eimsbüttel.

Eingang Sushi Dreams, Eimsbüttel, Hamburg

Besonders reizvoll fanden wir, dass es dort ausnahmsweise mal kein Fließband-Sushi wie beispielsweise im Sushi Circle gibt (nichts gegen den Sushi Circle, denn diesen besuche ich auch liebend gerne), sondern man große Sushiplatten zubereitet bekommt - und das für nur 15 ,- EUR pro Person und so häufig man möchte zwischen 18 - 19 Uhr. Einziger Nachteil: Man kann sich nicht aussuchen, was für Sushi man bekommen möchte, sondern bekommt eine buten Zusammenstellung verschiedener Makis und Nigiris.

Von außen ist das Sushi Dreams recht unscheinbar, es geht ein paar Stufen hinab ins Tiefparterre, die Räumlichkeiten selbst sind relativ schlicht, dabei aber gemütlich, solange man sich nicht an der teilweise ein wenig exzentrischen japanischen Kunst stört.

Sushi All-You-Can-Eat im Sushi Dreams, Eimsbüttel

Nach eine kleinen Weile hungrigen Wartens kam dann die erste Sushi Platte - und ich muss sagen, das warten hat sich gelohnt! Kein Schnick-Schnack, klassische Lachs-, Thunfisch-, Gurken- und California-Makis sowie leckere Lachs-Nigiris (für meinen Geschmack hätten das nur ein paar mehr sein können). Die Qualität des Fischs ließ nicht zu wünschen übrig und kaum hatten wir die erste Platte verdrückt kam auch schon die zweite Platte.

Sushi-Dreams Hamburg, All-You-Can-Eat-Platte

Dabei waren Avocado-, Surimi-, Lachspaste- und zwei andere Versionen der California-Makis sowie Thunfisch- und Garnelen-Nigiris. Zugegeben, beim letzten Drittel mussten wir kapitulieren. Bei großem Hunger hätte es aber noch eine dritte (vierte, fünfte,...) gegeben.

Fazit: Wer gerne mal ab vom klassischen Buffet oder dem Sushi-Band All-You-Can-Eat-Sushi frisch zubereitet genießen möchte, sollte auf jeden Fall mal beim Sushi Dreams vorbeischauen.

Sushi Dreams Eimsbüttel
Osterstr. 19
20259 Hamburg

Übrigens kann man sich von dort auch Sushi liefern lassen. Hier geht's zum Bestellservice: http://www.sushidreamseimsbuettel.de/menu

Itadakimasu!

Dienstag, 22. Juli 2014

Rezept: Gyoza, japanische Teigtaschen


Gyoza sind gefüllte und gebratene Teigtaschen aus Japan und ich liebe Gyoza. Bei einem Besuch in einem Ramen-Restaurant dürfen sie als Vorspeise einfach nicht fehlen. Ebenfalls lecker: Der Ursprung der Gyoza aus China, genannt Jiaozi.

Im Netz findet man sehr viele Gyoza Rezepte, die sich eigentlich nur in einigen Feinheiten unterscheiden. Die einen verwenden für die Füllung Spitzkohl, andere China- oder Weißkohl. Bei einigen wird der Nira, chinesischer Schnittlauch bzw. Knoblauch-Schnittlauch, durch Frühlingszwiebeln ersetzt und auch, ob lieber gemischtes Hack, Rinderhack oder Schweinehack verwendet werden sollte, variiert.

Mein Gyoza Rezept sah dann letzten Endes so aus:

200g gemischtes Hack
1/2 Zwiebel
50g Nira
100g Chinakohl
3 Knoblauchzehen
1 Daumenspitzen großes Stück Ingwer
1/2 EL Austernsoße
1/2 EL Sojasoße (hell)
1 EL Sake
1/2 EL Zucker
Salz
Pfeffer
Sesamöl zum Anbraten
Gyoza Teigblätter (gibt's fix und fertig im Tiefkühlregal eines Asiahops und wenn man den Teig selbst macht bekommt man ihn einfach nicht so dünn hin)
Zum Dippen: Reisessig und Sojasoße

1. Alle Zutaten werden sehr fein gehackt und gut miteinander vermischt. Das geht ganz prima mit der Kompakt-Küchenmaschine, per Hand in einer Schüssel aber mindestens ebenso gut.

2. Pro Teigtasche verwendet man dann eine ca. Teelöffel große Menge der Füllung, die man in der Mitte eines der aufgetauten Gyoza-Teigblättern platziert. Den Rand einer Seite des Teigblattes befeuchtet man mit Wasser und drückt dann die andere Seite in Falten an. In diesem Fall hatte ich aber die Teigtaschenformer zur Hand, die, wenn ich ganz ehrlich sein soll, viel besser funktioniert haben als anfangs vermutet.
Gyoza-Teigblatt drauf legen, Füllung in die Mitte, zuklappen, zusammendrücken, Rand entfernen, fertig. Easy und schnell.

Gyoza gemacht mit den Teigtaschenformern von Tchibo

3. Dann erhitzt man ein wenig Sesamöl in einer Pfanne und brät die Teigtaschen kurz von einer Seite an. Man fügt eine Tasse Wasser hinzu und lässt die Teigtaschen fünf bis zehn Minuten unter einem Deckel garen. Deckel entfernen und das Wasser verdampfen lassen. Bei Bedarf noch ein bisschen Sesamöl hinzugeben und auch die andere Seite der Gyoza knusprig braten.

4. Heiß und mit einem Schälchen Reisessig, Sojasoße und bei Belieben ein wenig Chiliöl bzw. Sambal Oelek servieren. Fertig! (Pssst, fertige Süß-Sauer-Scharfe Soße dazu schmeckt ebenfalls...)

frisch gebratene Gyoza

Gyoza, japanische Teigtaschen

Itadakimasu - Guten Appetit!

Freitag, 18. Juli 2014

Sushi Connection Hamburg: Kampai Sushi Bar

Es ist ein bisschen seltsam, am hellichten Tag über die Reeperbahn zu schlendern. Kurz vor sieben hängen an den Straßenecken bereits ein paar wenige Betrunkenen rum, als ich in den Hamburger Berg abbiege. Für Barhopping mit alternativer Musik ist der Hamburger Berg immer eine gute Adresse. Um diese Uhrzeit ist auf den Straßen allerdings kaum etwas los und mir ist auch gar nicht nach Barhopping zumute.

Kampai Sushi Bar Hamburger Berg, Hamburg

Ich halte Ausschau nach einem Schild, auf dem "Kampai Sushi Bar" stehen soll und werde schließlich fündig. "Bar" trifft es sehr gut, denn der Laden ist winzig. Ich bin nicht das erste Mitglied der Sushi Connection Hamburg, ich werde bereits fröhlich durch das Fenster begrüßt. In der Bar ist gerade einmal so viel Platz, um sich auf der Stelle zu drehen, die Barhocker stehen sehr eng bei einander und mit viel Mühe finden vielleicht zehn Personen rund Platz. Wir sitzen direkt vor dem Fenster (wie die Hühner auf der Stange) und können das erwachende Treiben auf dem Hamburger Berg beobachten.

Am Fenster in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Goro Enomoto, als Sushi Meister seit über 35 Jahren in Hamburg bekannt, kommt mir ein bisschen vor wie der Mister Miyagi der Sushi Kunst. Er ist trocken, ein bisschen ruppig, gleichwohl herzlich und typisch japanisch in einem, was ihn mir auf Anhieb sympathisch macht. Ich bin schon sehr gespannt auf unser bereits im Vorfeld geordertes Sushi-Schiff, das eigentlich gar keinen Platz mehr auf dem schmalen Tresen hat. Erst einmal aber gibt es zum georderten Tee ein bisschen eingelegtes Gemüse, Gurken, Algen, Ingwer (den ich getrost liegen lasse.

Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Meine Befürchtungen sind unbegründet, denn für Sushi findet man immer einen Platz. Das Sushi sieht fantastisch aus und der Lachskopf, der uns als Florian vorgestellt wird, wirkt eher vertrauenserweckend als abschreckend, da er auf sehr frischen Fischs schließen lässt.

Fassen wir kurz zusammen:
Das Gemüse-Tempura ist mit süßer Soße und frisch zubereitet sehr lecker, obwohl wir nicht haben herausfinden können, welches Gemüse wir teilweise eigentlich gegessen habe - die Vermutungen gehen stark in Richtung Süßkartoffel oder Kürbis.
Die Makis und die Nigiris sind in einem sehr guten Verhältnis Fisch zu Reis zubereitet, der Reis ist schön klebrig und weder zu fest noch zu locker.
Der Fisch ist von sehr guter Qualität, was ich persönlich immer am Thunfisch ausmache, da dieser in Deutschland häufig leider nicht ganz so gut schmeckt.
Das Tamago (süßes Rührei) eine sehr leckere Beigabe und genau richtig für einen neutralen Happen zwischendurch.

Und ich muss gestehen: die Platte war uns natürlich nicht genug und wir haben jeweils noch einen kleinen Nachschlag geordert. Die Unagi Nigiri waren ebenfalls großartig, der Aal nicht zu trocken und die süße Soße genau richtig.

kleines Sushi Schiff in der Kampai Sushi Bar Hamburg

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann aber doch: Aus von Nicht-Japanern geführten Sushi Restaurants und Bars bin ich es gewöhnt, dass die Enden bei den Makis nicht abgeschnitten werden. Das gehört aber eigentlich dazu und meine Erwartungen diesbezüglich an japanische Sushi Meister ist ein wenig höher als an andere.

Fazit: Die Kampai Sushi Bar rangiert ganz klar unter meinen bisherigen Top-Sushi-Restaurants und ein Besuch sei jedem wärmstens empfohlen. Einen Platz sollte man sich aber besser reservieren.

kampai sushi bar
Hamburger Berg 25
20359 Hamburg

Tresen der Kampai Sushi Bar Hamburg

Donnerstag, 22. Mai 2014

Kirschblütenfeuerwerk & Japanischer Kulturtag 2014 in Hamburg

Kirschblüte in Hamburg 2014
Durch den recht milden Winter kam die Kirschblüte in Hamburg dieses Jahr sehr verfrüht und ist bereits seit einiger Zeit vorüber. Trotzdem steht ab dem kommenden Freitag in der schönsten Stadt der Welt alles unter dem Stern des japanischen Kirschblütenfestes.

Los geht es am 23. Mai um 22:30 Uhr mit dem traditionellen Kirschblütenfeuerwerk über der Außenalster, mit der sich die japanische Gemeinde Hamburgs nun schon zum 46. Mal bei den Hanseaten für ihre Gastfreundschaft bedankt. Ich habe das Feuerwerk bereits ein paar Mal miterleben dürfen und ich kann wirklich nur empfehlen, sich an einem schönen Plätzchen am Alsterufer einzufinden und das Spektakel zu genießen. Ich drücke die Daumen, dass das Wetter mitmacht.

Weiter geht es am 24. Mai 2014 ab 13:00 Uhr mit dem Japanischen Kulturtag im Foyer des Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg. Geboten werden unter anderem Taiko Konzerte, Ikebana, Vorträge zu Japan, verschiedene Filmvorführungen und Workshops, Kampfsportvorführungen sowie eine Einführung in die traditionelle Teezeremonie. Bei gutem Wetter werden auch in Planten un Bloom Veranstaltungen stattfinden. Der Eintritt ist frei.

Ab dem 28. Mai 2014 startet dann das 15. Japan Filmfest Hamburg und endet am 1. Juni 2014. In verschiedenen Hamburger Kinos laufen für fünf Tage verschieden Japanische Filme, die teilweise sogar von den Regisseuren, Schauspielern und Produzenten selbst präsentiert werden. Das Programm und alle weiteren Infos kann man der Homepage www.jffh.de entnehmen.

Flyer Japanischer Kulturtag 2014 Kirschblütenfeuerwerk und Japan Filmfest
 Flyer Japanischer Kulturtag 2014 Programm

Sonntag, 27. April 2014

Sushi Connection Hamburg: Katana Sushi

Drei Freundinnen und ich haben im letzten Jahr die Sushi Connection Hamburg gegründet. Wir treffen uns einmal im Monat und testen uns durch alle möglichen Hamburger Sushirestaurants, von Running Sushi über Imbisssushi bis zu a la carte Sushi ist alles dabei.
Kürzlich haben wir die Katana Sushi Bar am Großneumarkt 52 besucht. Das Wetter war denkbar schlecht, typisches Aprilwetter, Hagel wechselte sich im fünf-Minuten-Takt mit Regen und Sonnenschein ab, aber gegen 19 Uhr erreichten wir das Katana Sushi unbehellig, wenn auch ein wenig zerzaust.
Katana Sushi Bar, Großneumarkt 52, Hamburg
Die Sushi Bar machte auf den ersten Blick schon einmal einen sehr guten Eindruck, sehr niedlich und schön eingerichtet, mit gerade mal vier Tischen, an denen jeweils nur vier Personen Platz finden. Zwei von uns mussten gleich nach der Ankunft noch einmal die Sparkasse um die Ecke aufsuchen, da man leider nicht mit Karte sondern nur bar zahlen kann. Aber fünf Minuten später war auch diese Hürde überwunden und wir konnten uns ausgiebig der Karte widmen.
Lachs Tataki im Katana Sushi Hamburg
 Lachs Nigiri und Katana Rolls im Katana Sushi Hamburg
Das Menü präsentiert sich klassisch roh ohne ausgefallenes Mode-Sushi mit gebratener Ente oder ähnlichem Schnickschnack. Als Vorspeise gibt es Dinge wie die obligatorische Miso-Suppe, aber auch leckeren Lachs bzw. Thunfisch-Algen-Salat. Weiter geht es mit klassischen Nigiris, Makis und Sashimis, die mir fast schon ein bisschen zu übersichtlich waren (z.B. habe ich Unagi-Nigiri und Jakobsmuschel-Nigiri vermisst), dafür gibt es aber ein paar ausgefallenere Inide-Out-Makis (z.B. die Katana-Rolls mit Omelett, Avocado, Lachs-Topping und Chili-Sauce). Sehr zu empfehlen ist das Lachs Tataki, leicht angebratenes Lachs-Sashimi mit Honig-Senf-Sauce. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, hier geht es zur Speisekarte.
Sushi Variationen im Katana Sushi Hamburg
Der Fisch ist von guter Qualität und auch der Reis ist schön klebrig mit der richtigen Konsistenz ohne in der Soja-Sauce zu zerfallen. Tatsächlich fanden wir das Sushi so lecker, dass wir alle noch eine zweite Runde hinterher bestellt haben. Preislich würde ich die Katana Sushi Bar als durchschnittlich für Hamburger Verhätlnisse einstufen (z.B. 2 Lachs Nigiri für 3,50 € und 4 Callifornia Rolls für 3,90 €). Abrunden kann man den Sushi Abend mit leckerem Tee oder original japanischem Kirin Bier (my favourite).

Fazit: Die Katana Sushi Bar hat mich definitiv nicht zum letzten Mal gesehen.
Katana Sushi Hamburg

Samstag, 8. März 2014

Sushi Ahoi - Mein Sushi Workshop auf hoher See

Ende Januar bin ich zum ersten Mal in meinem Leben zu einer einwöchigen Kreuzfahrt nach Madeira und zu den Kanarischen Inseln aufgebrochen. Die Mein Schiff 1 war wie eine kleine, schwimmende Stadt mit allem, was das Herz begehrt, unter anderem auch - und das war für mich besonders spannend - mit einem Sushi-Restaurant. Leider war das Essen dort nicht im All-Inclusive-Preis mit inbegriffen und meine Urlaubsbegleitung tragischerweise auch kein Sushi-Fan. Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass gelegentlich Sushi-Workshops angeboten werden und tatsächlich fand dann auch einer statt, für den ich mich prompt anmeldete.
Blaue Welt Sushi Bar auf der Mein Schiff 1
Obwohl ich vermutlich "the biggest Sushi fan on earth" bin, habe ich die leckeren Fischhäppchen aus Japan nur in einem sehr überschaubaren Rahmen selbst gemacht. Vage erinnere ich mich an einen Workshop auf einer Manga-Convention und an ein paar gemeinsame Kochabende mit japanischen Tandemstudenten von meiner Uni. Bei beiden Gelegenheiten war ich aber eher ein Zuschauer, als dass ich selbst Makis vor mich hingerollt oder Nigiris geknetet hätte. Dementsprechend motiviert und in freudiger Erwartung fand ich mich also bei mäßigem Seegang in der Sushi-Bar Blaue Welt zusammen mit sechs wissbegierigen Teilnehmern ein und blickte nach einer kurzen Vorstellung erwartungsvoll ins Gesicht des Küchenchefs des Kreuzfahrschiffs, der zusammen mit Sushi-Meister Armando den Workshop leiten würde.
Sushi Workshop auf der Mein Schiff 1
Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt und eine Einführung zur Geschichte des Sushi, wobei ich gleich bei der Frage, wo Sushi denn herstammen würde, daneben griff.

Sushi stammt nicht in seinem Ursprung aus Janapn, sondern basiert auf einer Konservierungsmethode für Süßwasserfisch aus China. Der gesäuberte Fisch wurde Schicht für Schicht zusammen mit Reis in Gefäßen eingelegt, in denen er dann fermentierte. Der Reis wurde vorm Verzehr entsorgt, der Fisch hielt sich mit dieser Methode bis zu einem Jahr. Von China aus verbreitete sich diese Konservierungsmethode bis nach Japan, wo sie sich bis zu heutigen Form des Sushi weiterentwickelte. Die erste Erwähnung von Sushi  stammt aus einem japanischen Regierungsdokument des Jahres 718. Die Entwicklung zum Sushi, wie wir es kennen, war allerdings erst im frühen 20. Jahrhundert abgeschlossen.

Nach der kurzen, theoretischen Einführung ging es auch schon in die Praxis. Der Reis fürs Sushi stand bereits portionsweise vor jedem Teilnehmer, die Bambusmatten waren mit Frischhaltefolie bezogen, damit der Reise für die Inside-Out California Makis nicht zu sehr daran kleben bleiben würde und jeder bekam ein paar Einweghandschuhe aus hygenischen Gründen, die man, wenn man sich selbst zu Hause Sushi zubereitet, natürlich weglassen kann, wenn man es möchte.

Sushi Reis erhält seinen Geschmack, indem er in noch warmem Zustand in einer möglichst flachen Schüssel mit einer Essig-Salz-Zucker-Mischung vermengt wird.  Für 400g Reis benötigt man40 ml Reisessig, 1 El Zucker und 1 TL Salz. Die Essigmischung wird in einem Topf erwärmt (nicht kochen!) bis sich Salz und Zucker aufgelöst haben.
Sushi Zutaten beim Sushi Workshop auf der Mein Schiff 1
Auf dem Programmplan standen dann Inside-Out California Maki, klassische Thunfisch Maki und jeweils ein Lachs und ein Thunfisch Nigiri. Im Weiteren möchte ich hauptsächlich auf die Thunfisch Makis und die Nigiris eingehen. Die California Makis bekommen einen gesonderten Blogeintrag.

Außer dem Reis bekamen wir noch folgende Zutaten:

Surimi (gepresstes Krebsfleisch)
Avokado
Gurke
Thunfisch (ein langes Stück für die Maki und eine Scheibe für die Nigiri)
eine Scheibe Lachs
Wasabi
eingelegter Ingwer
mit Wasabi gewürzte Mayonnaise

Ingwer wird übrigens nicht, wie viele Deutsche es tun, direkt mit dem Sushi gegessen, sondern sollte immer zwischen zwei Sushi Bissen zu sich genommen werden, um den Geschmack zu neutralisieren. Da ich einfach keinen eingelegten Ingwer mag, fiel das Ganze für mich flach. 

Dann bekamen wir noch die Noriblätter für die Makis. Wichtig vor dem Rollen ist, dass die glatte, glänzende Seite außen bleibt und auf der rauen, matten Seite der Reis verteilt wird. Der Reis wird dann sehr dünn und gleichmäßig auf dem Noriblatt platt gedrückt. Dabei gut darauf achten, den Reis nicht zu zerquetschen. Die Finger immer wieder befeuchten, da der Reis sonst an den Händen kleben bleibt. Bei klassischen Makis lässt man oben am Noriblatt gut zwei Zentimeter frei, da sonst beim Rollen der Reis herausquillt. Wichtig ist, dass ansonsten wirklich das ganze Noriblatt bedeckt wird. Nicht sparsam den Reis verteilen, er darf ruhig ein bisschen überstehen, die Ränder werden ohnehin abgeschnitten. Den Thunfischstreifen legt man dann längs ans untere Ende des Noriblattes und bestreicht ihn mit ein wenig Wasabi, den man je nach persönlichem Schärfegemschmack dosiert.

Und dann gehts ans Rollen. Mit den Mittelfingern fixiert man den Fischstreifen, die Zeigefinger positioniert man direkt vor dem Noriblatt und mit den Daumen klappt man das Ganze dann samt Bambusmatte einmal nach oben um. Zu den Seiten hin festdrücken und die Bambusmatte zurückklappen. Damit hat man ungefähr das untere Drittel des Noriblattes samt Reis und Thunfischstreifen eingerollt. Und so geht es weiter. Mit den Mittelfingern die Rolle von oben fixieren, die Zeigefinger vor die Rolle und die Daumen unter die Bambusmatte und noch einmal umschlagen und dann zu den Seiten hin festdrücken. Das Ganze macht man so lange, bis das Noriblatt samt Inhalt gänzlich aufgerollt ist. Falls dann die Makirolle bei leichtem Druck mit den Fingern immer noch zu sehr nachgibt, befindet sich noch zuviel Luft in der Rolle. Dann dreht man die Bambusmatte samt Makirolle herum, so dass die Rolle wieder am unteren Ende der Matte liegt und man kann noch einmal beginnen zu Rollen und zu drücken.

Zum Zerteilen der Makirolle benötigt man dann ein nicht zu kleines und sehr scharfes Messer. Damit der Reis beim Schneiden nicht daran kleben bleibt, muss man das ebenso wie beim Verteilen des Reises auf dem Noriblatt befeuchten. Die ungleichmäßigen Rändern schneidet man dann als erstes ab. Dann teilt man die Rolle in zwei Hälften, die man dann wiederum in zwei Hälften teilt. So bekommt man am Ende acht Makis, die dann nur noch hübsch auf einem Teller drapiert werden müssen.
selbstgemachtes Sushi beim Sushi Workshop auf der Mein Schiff 1
Für die Nigiri nimmt man in eine Hand eine kleine Portion Reise gerade groß genug, so dass man sie mit einem Haps verspeisen kann und formt in der Handfläche dann entweder eine Nocke oder einen Ball, indem man den Reise immer wieder gegen den Handballen drückt. Einfach nur noch die Fischscheiben drauf legen, links und recht ein wenig in den Reis drücken, damit sie beim Verzehr nicht wieder vom Reis fallen und fertig sind die Nigiri. Das Ergebnis konnte sich tatsächlich sehen lassen - und war sehr, sehr lecker.

Insgesamt hat mir der Sushi Workshop auf der Mein Schiff 1 wirklich sehr viel Spaß gemacht. Er hat fast zwei Stunden gedauert, der Küchenchef sowie der Sushi Meister haben sehr viel Geduld mit den Teilnehmern gehabt und gingen dabei sehr ausführlich auf uns und all unsere Fragen ein. Dass die Gruppe insgesamt nur aus sieben Personen bestand, fand ich großartig, da der Kurs so viel intentiver ausfiel, als es bei einer größeren Gruppe der Fall gewesen wäre.

Also, wer zu einer Kreuzfahrt aufbricht und dabei die Möglichkeit hat, an einem Sushi Workshop teilzunehmen, dem kann ich nur wärmstens empfehlen, daran teilzunehmen.
beim Sushi Kurs auf der Mein Schiff 1, Sushi Meister Armando

Mittwoch, 26. Februar 2014

Best Ramen in Berlin - Makoto Japanische Nudeln

eingang restaurant makoto berlin
Seit meiner Zeit in Japan bin ich ein riesiger Fan von Ramen, also von japanischer Nudelsuppe. Ramen ist in Japan so etwas wie Fastfood. Nudelsuppenküchen gibt es an jeder Ecke und sie haben häufig rund um die Uhr geöffnet. Wenn man in Deutschland nach einer durchzechten Nacht den nächsten Döner-Imbiss aufsucht, landet man in Japan gerne vor eine dampfenden Nudelsuppe gegen 5 Uhr in der Früh.

So sehr ich Hamburg auch liebe und so viele asiatisch-kulinarische Möglichkeiten die Stadt auch bietet, ein gutes, authentisches Ramen-Restaurant ist leider nicht dabei. Umso erfreuter war ich, als ich vor ein paar Jahren bei einem Berlinbesuch über das Makoto in Berlin Mitte gestolpert bin. Seitdem darf bei einem Wochenende in der Hauptstadt auch ein Besuch im Makato nicht fehlen.

Sobald der rote Lampion am Eingang leuchtet und damit anzeigt, dass das Restaurant geöffnet ist, ist der Laden voll. Es gibt nicht viele Tische und auf einen freien Platz muss man fast immer warten, aber das Warten lohnt sich. Am Eingang erwartet den hungrigen Gast ein typisch japanischer Anblick in Form eines Schaukastens mit jeder Menge Plastikessen und Merchandiseartikeln verschiedenster Manga und Anime. Ein etwas genauerer Blick sei bei jedem Besuch empfohlen, um die Zeit des Wartens zu überbrücken, denn wie bei einem Wimmelbild gibt es jedes Mal etwas Neues zu entdecken.
Schaukasten am Eingang des Makoto, Berlin
Soweit ich das erkennen kann ist das gesamte Personal Japanisch und manchmal kommt man mit Englisch weiter als mit Deutsch, was ich persönlich irgendwie sympathisch finde. Eine nette Bedienung geleitet den hungrigen Gast schließlich an seinen Platz und überrreicht die Speisekarte, auf der es dann weitaus mehr Gerichte zu entdecken gibt als "nur" japanische Nudelsuppe.

Gerade für Einsteiger ist eine der Lunch- bzw. Dinner-Kombos sehr zu empfehlen, denn damit gibt es nicht nur Ramen sondern auch eine leckere Vorspeise wie beispielsweise Gyoza, also gebratene Teigtaschen gefüllt mir Hackfleisch und Gemüse. Kostenpunkt ist um die 10,- €, worüber man wirklich nicht meckern kann. Überhaupt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis im Makoto sehr zufriedenstellend, besonders wenn man eigentlich Hamburger Preise gewöhnt ist.
Miso Ramen, Makoto, Berlin
Aber kommen wir wieder zur Nudelsuppe. Ramen ist nichts für Vegetarier, denn die Brühe basiert grundsätzlich auf Fleisch. Laut Homepage des Makoto ist das Schweinfleisch und -knochen. Desweiteren gibt es drei Grundtypen. Mein absoluter Top-Favorit ist Miso Ramen (siehe oben). Bei der Brühe, die als Basis von Miso Ramen verwendet wird, sind fermentierte Sojabohnen geschmacksbestimmend. Im Gegensatz dazu ist beim Shoyu Ramen (siehe unten) der Geschmack von japanischer Sojasoße vorherrschend und beim Shio Ramen der von Fisch- und Meeresfrüchten.

Typische Beilagen in jeder Nudelsuppe sind Chashu, gekochtes bzw. gebratenes Schweinefleisch, das zugeben immer recht fettig ist, Lauchzwiebeln, Nori, also gerösteter Seetang, Spinat, Sesam und Sojasprossen. Man kann noch weitere Toppings dazu bestellen, wenn man möchte, wie z.B. Shrimps, Mais oder Tofu. Dann gibt es noch diverse Variationen der drei Grund-Nudelsuppen von Curry Ramen über scharfen Toku Miso Ramen mit Hackfleisch und viel Chili bis hin zu Wantan Ramen.

Die Nudeln sind, soweit ich es erkennen kann und wie es sich gehört, frisch. Ob sie auch hausgemacht sind kann ich leider nicht beurteilen und der Blick über die Theke in die Küche hat mich der Antwort auf dieser Frage leider auch noch nicht näher gebracht.
Shoyu Ramen, Makoto, Berlin
Ich habe es bisher noch nicht geschafft, mich durch alle Varianten hindurch zu probieren, von den übrigen Gerichten auf der Karte ganz zu schweigen. Miso Ramen ist aber auch sooo lecker, dass ich mir jedes Mal erneut denke, dass ich schließlich auch beim nächsten Mal eines der anderen Gerichte ausprobieren könnte.

Jedem Berlinbesucher, der einen kulinarischen Ausflug in die japanische Küche wagen möchte, ohne einmal den Erdball umrunden zu müssen, sei das Makoto in Berlin jedenfalls wämstens empfohlen. Das Makoto liegt ziemlich zentral zwischen den U-Bahn-Stationen "Weinmeisterstraße" und "Ros-Luxemburg-Platz" in der Alte Schönhäuser Str. 13. Fußläufig ist es damit auch nicht weit vom Alexanderplatz entfernt. Sonntags hat das Makoto allerdings geschlossen, was man besonders bei einem Wochenendtripp nach Berlin im Hinterkopf behalten sollte.
Tresen im Makoto, Berlin
Ein winzig kleiner Wehmutstropfen bleibt. Für die leckeren, gekochten Soja-Eier, die ich aus Japan als Topping für Ramen kenne, gibt es leider kein Pendant im Makoto. Das ist bei der Qualität der Nudelsuppen dort allerdings zu verschmerzen.
Ich wünsche guten Appetit! Itadakimasu!

Mittwoch, 15. Januar 2014

Rezept: Okonomiyaki - japanische Pfannkuchen

Okonomiyaki - japanische Pfannkuchen
Okonomiyaki ist ein unheimlich leckeres und erstaunlich unkompliziertes Gericht, das ich während meiner Studienzeit durch japanische Austauschstudenten kennen und lieben gelernt habe. Damals dachte ich noch, es sei relativ schwer zuzubereiten, wurde dann jedoch durch eine Freundin und Halbjapanerin eines Besseren belehrt. Wir haben uns inzwischen bereits zweimal zum Okonomiyaki braten verabredet und beim letzten Mal habe ich sogar daran gedacht, meine Kamera einzustecken, um ein paar Schnappschüsse für Reiscracker zu schießen. Das Tolle an dem Gericht ist das Zusammenspiel von sehr vielen, sehr unterschiedlichen Geschmacksrichtungen durch all die Dinge, mit denen man die Pfannkuchen belegen kann. Also wer Lust hat auf ein Geschmackserlebnis, sollte Okonomiyaki unbedingt einmal ausprobieren.

Das Basisrezept von Okonomiyaki ist, wie bereits erwähnt, sehr unkompliziert. Wir haben uns nicht mit Mengenangaben aufgehalten, mit Gefühl geht's prima - ähnlich wie beim klassischen, deutschen Pfannkuchen. Man nehme für den Teig:

Mehl
Kohl (z.B. Spitzkohl)
Fischbrühe (die man aus Dashi-Pulver und heißem Wasser anrührt)
2-3 Eier
Wasser
Frühlingszwiebeln
getrocknete Zwiebeln
Salz

Die Fischbrühe ist wie Salz und getrocknete Zwiebeln zum Würzen, riecht sehr intensiv, aber keine Angst, so schmeckt sie nicht. Alternativ kann aber auf Gemüsebrühe verwendet werden, was ich allerdings noch nicht selbst ausprobiert habe. Je nach persönlicher Vorliebe kann man dem Teig noch weitere Zutaten hinzufügen, wie z.B. Speck, Shrimps, Tintenfisch, Fleischstreifen. Wir haben es jedoch bei der Basis belassen.

Der Kohl wird kleingeschnibbelt, am Besten in sehr feine Streifen, und mit den ebenfalls kleingeschnittenen Frühlingszwiebeln, den Eiern, der Fischbrühe, den getrockneten Zwiebeln, dem Salz und dem Wasser vermengt (Vorsicht! Nicht völlig ertränken, ein bisschen mit Gefühl). Dann wird solange Mehl hinzugegeben, bis die Konsistenz der Masse der von Pfannkuchenteig ähnelt. Der Okonomiyaki-Teig sollte nicht zu flüssig sein, dann bekommt man ihn nur schwer in Form und er zerläuft zu sehr in der Pfanne. Wird der Teig zu fest, kann man dies mit ein wenig mehr Wasser ausgleichen.

Zubereitung von Okonomiyaki

Zubereitung von Okonomiyaki

Okonomiyaki kann man natürlich in einer normalen Pfanne auf dem Herd zubereiten, wir hatten jedoch eine große, elektrische Tischpfanne zur Verfügung, in der man nach Belieben gleich drei oder sogar vier Pfannkuchen auf einmal braten konnte. Das macht mehr Spaß und bei einer Gruppe bis zu vier Personen muss niemand dem anderen beim Essen zusehen. Die Okonomiyaki werden dann von beiden Seiten gegaart, bis sie schön gebräunt sind.

Braten von Okonomiyaki

Und nun geht es ans "Belegen". Für das Topping brauchen wir:

Tonkatsu-Soße (gibt's in gut sortierten Asia-Läden)
jap. Mayonnaise (gibt's ebenfalls in gut sortierten Asia-Läden)
Katsuo-Bushi (gehobelter und getrocknete Fischflocken
Aonori (getrockneter Seetang)
eingelegter Ingwer

Beim Belegen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Tobt euch kreativ und kulinarisch aus, mit mehr oder weniger Belag, in schönen Mustern oder einfach wild drauf los. Denn am Ende zählt: Hauptsache es schmeckt. Was man auf den Bilder nicht sieht: die Fischflocken sind so hauchdünn und leicht, dass sie sich durch die Hitze der Pfannkuchen leicht bewegen. Ich finde das lustig, ist aber möglicherweise nicht jedermanns Sache.

Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

P.S.: Wer doch ein paar Mengenangaben benötigt, schaue sich einfach dieses Rezept auf Chefkoch.de an.

Okonomiyaki - japanische Pfannkuchen