Dienstag, 29. Januar 2013

Das Japan-Festival 2013 in Berlin

Am Wochenende vom 19.-20. Januar 2013 ging es spontan zum Japan-Festival in die Urania nach Berlin.

Das Festival bedeutet zwei Tage voll von japanischer Lebensart, Kunst und Kultur. Das umfangreiche Bühnenprogramm reichte von Einblicken in die bildenden Künste über Tanz- und Gesangsvorführungen bis hin zu Kampfsportdemonstrationen und dem berühmten Taiko-Trommeln. An vielen Ständen und auf verschiedenen Aktionsflächen konnte man japanische Accessoires, Geschirr, Kleidung, Deko, Schmuck und Tee erweben oder sich mit Origami, Ikebana, Go und Co. vertraut machen. Und auch die Anime- und Manga- sowie Popkultur-Fans kamen nicht zu kurz, denn viele Händler boten neben den japanischen Comics und Animationsfilmen jede Menge Merchandise Artikel wie Artbooks, Sammelfiguren, J-Pop und J-Rock CDs und Co. an. Als Schmankerl oben drauf konnte man sich durch japanische Speisen und Süßigkeiten futtern sowie leckeren Grünen Tee genießen.

Als Fazit kann ich bereits vorweg nehmen: der Besuch hat sich gelohnt. Doch dazu mehr bei den einzelnen Programmpunkten, die ich mir angesehen habe.

TANZ UND GESANG - Der japanische Frauenchor und Nihon-buyou

Die Mitglieder des Ensembles Nagomi, ein japanischer Frauenchor, verzauberten das Publikum mit ihren klaren Stimmen und sehr natürlichen Art. Die Auswahl an Stücken umfasste japanische Volksmusik, Kinderlieder und Chorwerke moderner japanischer Komponisten. Laut ihrer offiziellen Homepage möchte das Ensemble dazu beitragen, "die japanische Kultur in Deutschland und Berlin vorzustellen". Es hat großen Spaß gemacht, dem Ensemble Nagomi bei seinem Auftritt zuzusehen, da alle großen Spaß am Singen und den Liedern hatten.

ensemble nagomi japan festival 2013 berlin

Fujima Meisterin Asako präsentierte in einem phänomenalen Kimono ihren traditionellen japanischen Tanz. Wer "Die Geisha" gesehen hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie das ausgehen hat. Mit mal einem, mal zwei Fächern schwebte Asako mit trippelnden Schritten und anmutigen Bewegungen über die Bühne, neigte den Kopf im Takt der - zugegeben etwas gewöhnungsbedürftigen - japanischen Musik und hatte dabei kein Problem, die gesamte Bühne auszufüllen.

Leider ist das Foto ein wenig verschwommen, die wunderbaren Farben des Kimonos und des dazu passenden Fächers sind aber auch so zu erkennen.

fujima meisterin asako japan festival berlin 2013

IKEBANA

Marianne Pucks und ihre Assistentin gaben einen Ausblick auf die japanische Kunst des Blumensteckens, das sogenannte Ikebana. Sie präsentierten unterschiedliche Techniken und erzählten etwas zur Entstehung dieser Kunstform, deren Wurzeln im Darbieten von Blumengestecken auf Altären zu finden sind.

Ikebana ist mit Sicherheit ein interessantes Hobby, aber mal ehrlich: wenn ich Blumen, Hölzer, Gräser und Co. in ganz bestimmten Winkeln und ganz bestimmten Neigungen anordnen muss, um einer ganz bestimmten Technik gerecht zu werden, hört bei mir die Kreativität auf. Nichtdestotrotz standen am Ende des Vortrages ein paar hübsche Gestecke auf der Bühne. Besonders gut gefallen haben mir die Blumengestecke mit außergewöhnlichen Materialien wie Leuchtstoffröhren.

ikebana japan festival 2013 berlin

KAMPFSPORTVORFÜHRUNGEN

Auf einem Japan Festival dürfen natürlich diverse Kampfsportvorführungen nicht fehlen. Das Angebot erstreckte sich von Japanischer Schwertkunst, dem Kendo und Iaido bis hin zu Aikido, Karate und Jujutsu.

Besonders interessiert war ich am Schwertkampf. Iaido ist aus der Kampfkunst der Samurai, der Kriegerkaste Japans entstanden und bedeutet soviel wie "der Weg des Schwertziehens". Die Kunst des Iaido liegt darin, das Schwert so effektiv zu ziehen, dass es bereits bei dieser Bewegung als Waffe eingesetzt werden kann.

Da ich versäumt habe, während der Schwertkunstvorstellung der Truppe Momiji Fotos zu schießen, müssen die Bilder von zwei "echten" Samurai herhalten. Vielen Dank an die beiden wackeren Herren für Geduld mit mir und meiner Kamera.

samurai japan festival berlin 2013

AUSSTELLUNG UND HÄNDLER 

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so viele tolle Sachen gab es in den Ausstellungsräumen zu bestaunen und (leider) bei den Händlern zu erwerben. Ich bin gleich am ersten Stand hängen geblieben und habe mich in einen Noren, einen japanischen Türvorhang mit Häschen verliebt, den ich letzten Endes aber doch nicht "mal eben so" erstanden habe. Anstelle dessen wurden es zwei schöne Schalen und ein Fächer mit Goldfisch.

Das Angebot der Händler erstreckte sich von Töpferwaren, Stäbchen, kleinen Möbeln, Taschen, Tees und Teezubehör, Kleidung, Schmuck, Bento-Boxen, Bonsai und vielen, vielen weiteren japanischen Dingen bis hin zu Anime- und Manga-Merchandise.

In den Ausstellungsräumen wurden den Besuchern japanische Schneiderkunst, Reisebroschüren, Holzarbeiten und vieles, vieles mehr präsentiert. Bei einem leckeren Grünen Tee und einem Stück Matcha-Kuchen konnten wir dann ein paar ruhige Momente genießen.

kunstvoller kimono japan festival berlin 2013

TAIKO TROMMELN - Tengu Daiko aus Hamburg

Für mich der verdient krönende Abschluss war dann am Abend das Taiko-Trommeln der Hamburger Gruppe Tengu Daiko. Die Kunst des Trommelns hat mich sehr beeindruckt, da sie sowohl rhythmisches Können als auch Ausdauer und Koordination verlangt. Die Stücke sind perfekt choreographiert, jede Bewegung ist genau einstudiert.

Am Taiko-Trommeln habe ich definitiv Gefallen gefunden und werde Ausschau nach dem nächsten Auftritt einer Trommler-Gruppe halten. Spätestens zum Hamburger Kirschblütenfest wird es hoffentlich wieder soweit sein.

Das Video der Zugabe, das ich zum Abschluss dieses Artikels einfüge, ist zu Beginn ein wenig verwackelt. Es ist aber auch schwer, gleichzeitig zu Filmen und zu Klatschen. (^_~)


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